Gesundheitsinformationen im Internet, die Telemedizin und die elektronischen Gesundheitshelfer stehen im Prinzip allen Generationen zur Verfügung. Während die Jüngeren mit diesen Technologien aufwachsen bzw. aufgewachsen sind, gelten die Älteren als Spätanwender.
Experten beschäftigen sich daher mit der Frage, ob es sinnvoll ist, ein einziges, Lebensalter unabhängiges, Maß zugrunde zu legen, wenn Fähigkeiten charakterisiert werden sollen, elektronisch verfügbare Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und diese anzuwenden.
Das international am weitesten verbreitete Maß für digitale Gesundheitskompetenzen ist die eHEALS-Skala. US-amerikanische Wissenschaftler haben nun deren generationenübergreifende Gültigkeit in einer Stichprobenanalyse überprüft und bestätigen können.
Sie verglichen dafür die Selbsteinschätzungen bei 830 Männern und Frauen. Diese wurden entsprechend ihrem Lebensalter vier Gruppen zugeordnet; a) Millennials (18-35 Jahre, n=281), Generation X (36-51 Jahre, n=164), Baby Boomer (52-70 Jahre, n=384) und Generation Silent (71-84 Jahre, n=35).
Im Unterschied zu den Millennials und den Vertretern der Generation X, gaben die Baby Boomer und die Repräsentanten der Silent Generations an, weniger Vertrauen in ihr Bewusstsein für eHealth-Ressourcen (P <0,001), in die Fähigkeiten zur Informationssuche (P = 0,003) und in die die Fähigkeit zur Bewertung und zum Anwendung der im Internet gefundene Gesundheitsinformationen zu haben.
Die eHEALS-Skala in ihrer Weiterentwicklung als 3-Faktoren-Modell erwies sich als geeignet, digitale Gesundheitskompetenzen über alle Jahrgänge hinweg zu erfassen. Allerdings wiesen die Studienautoren darauf hin, bei künftigen Bewertungen stärker als bislang die soziale Situation der Testpersonen zu berücksichtigen.
Zum Weiterlesen
S.R. Paige et al. (2018): Electronic Health Literacy Across the Lifespan: Measurement Invariance Study. In: Journal of Medical Internet Research, Vol. 20, Nr. 7. Online unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29986848