'Traditionelle Mittelmeerkost' - was ist das?

Der Begriff der „traditionellen mediterranen Kost“ charakterisiert

  • die allgemeinen Essgewohnheiten in den Mittelmeerländern der frühen 60er Jahre
  • insbesondere, die zu dieser Zeit in Kreta, fast ganz Rest-Griechenland und Süditalien typische Lebensmittelauswahl.

Die „Pyramide der traditionellen Mittelmeerkost“ zeigt die wesentlichen Merkmale der traditionellen Mittelmeerkost: mittelmeerpyramide k

  • Die Basis bilden pflanzliche Lebensmittel in Hülle und Fülle!
  • Olivenöl ist die Hauptfettquelle.
  • Tierische Lebensmittel werden nur in Maßen gegessen!mittelmeerpyramide k
    • Milchprodukte täglich in kleinen Mengen,
    • Fisch, Geflügel und Eier einige Male pro Woche und
    • nur einige Male pro Monat rotes Fleisch.
  • Wein wird regelmäßig, aber in Maßen getrunken.

[weitere Informationen]

Taditionelle Mittelmeerkost - Gesund, im Paket

Die Bewohner Kretas, von Teilen Griechenlands sowie Süditaliens gehörten in den 60er Jahren zu den Menschen mit der höchsten Lebenserwartung in der Welt. In diesen Ländern traten damals trotz einer begrenzten medizinischen Versorgung die wenigsten Fälle von koronarer Herzkrankheit, bestimmten Krebsarten und anderen ernährungsbedingten Krankheiten auf.

In wissenschaftlichen Studien bestätigte sich, die traditionelle mediterrane Kost war mit einer niedrigen Rate chronischer Erkrankungen und einer hohen Lebenserwartung verbunden. Beispielsweise starben Personen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten und sich mediterran ernährten, nicht nur bedeutend weniger an Herzinfarkt sondern die Gesamtsterblichkeit nahm ebenfalls ab. Es zeigte sich darüber hinaus: je genauer eine Ernährungsform der traditionellen Mittelmeerkost ähnelte, desto niedriger waren die Sterblichkeitsraten. Auch ließ sich ihre Wirksamkeit ausschließlich für das Ernährungsmuster in seiner Gesamtheit nachweisen, nicht aber für einzelne Bestandteile der Kost.

Die traditionelle Mittelmeerküche wird daher von Wissenschaftlern zum Erhalt der Gesundheit und zur Vorbeugung vielerlei Erkrankungen empfohlen. Sie entspricht dabei allen Kriterien eines gesunden und ebenso schmackhaften Essens.

Taditionelle Mittelmeerkost im Wandel der Zeit

Die Griechen und Süditaliener der 60er Jahre gingen – wie oben beschrieben – einer gesunde Lebensweise nach. In modernen Gesellschaften herrscht jedoch häufig ein ungesunder Lebensstil vor, der gekennzeichnet ist durch

  • eine Kost mit
    • reichlich tierischen Lebensmitteln,
    • weniger pflanzlichen Lebensmitteln (vor allem weniger Gemüse und Obst),
    • mehr gesättigten Fetten und
    • weniger Ballaststoffen,
  • Bewegungsmangel und
  • Stress.

Leider hat dieser „moderne Lebensstil“ auch in den Mittelmeerländern Einzug gehalten. Wissenschaftler erwarten infolge dieser Entwicklung in den Mittelmeerländern eine Zunahme der Wohlstandserkrankungen – wie koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs. Ernährungsexperten versuchen nun die „traditionelle mediterrane Lebensweise“ in ihren Ursprungsländern zu bewahren oder wieder zu beleben und in anderen Ländern zu verbreiten.

Gesundheitsfaktor: mediterraner Lebensstil!

Die mediterrane Lebensweise zeichnete sich in den 60er Jahren und auch heute noch durch einige typische Verhaltensweisen aus:

  • soziale Einbindung durch Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung in Familie und Freundeskreis.
  • Entspannung und Erholung vom täglichen Stress während eines gemütlichen Essens und einer „Siesta“ nach dem Mittagessen.
  • den Genuss eines köstlichen und sorgfältig zubereiteten Essen, das ganz nebenbei auch noch gesund ist.
Die 10 Gebote der Mittelmeerküche
  1. Zahlreiche Gemüse gemischt
  2. Ausgewählte Getreideprodukte!
  3. Olivenöl!
  4. Großzügig Gewürze!
  5. Wenig tierische Fette, dafür mehr pflanzliche Öle
  6. Nicht viel Fleisch, aber reichlich Fisch
  7. Wenig Zucker und eine Vielfalt von Früchten
  8. Ein paar tausend Jahr Erfahung
  9. Endlos Liebe und Zeit zum Kochen
  10. … und eine entspannte Atmosphäre bei Tisch mit etwas Wein, aber nicht zuviel!

(aus: Teuscher, A.: Vollwerternährung wertvoll für alle. Stiftung Ernährung und Diabetes, Lindenhof-Spital, Bern 1992)

Neues aus der Wissenschaft