Zucker und Co. bei Diabetes

Zuckerverbot ist überholt!

Die Zuckeraufnahme ist heute im Gegensatz zu früheren Empfehlungen auch für Diabetiker nicht mehr verboten. Allerdings sollten Menschen mit Diabetes Folgendes beachten:

  • Essen Sie – wie auch für Nicht-Diabetiker empfohlen – nicht mehr als 10 % der Energiezufuhr pro Tag in Form von Zucker (d.h. nicht mehr als 3 Esslöffel (50g) am Tag oder entsprechende Mengen in zuckerhaltigen Lebensmitteln).
  • Dabei sollten Sie den Zucker nicht in Form von zuckerhaltigen Getränken (z.B. Limonaden, Fruchtnektar) zu sich nehmen, sondern möglichst in Mahlzeiten „verpackt“ verzehren.
  • Verteilen Sie Ihre „Zuckerration“ auf mehrere Portionen über den Tag.
  • Setzen Sie stark zuckerhaltige Getränke und/oder Zucker nur zur Behandlung einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) ein.
  • Vermeiden Sie eine zu hohe Zuckeraufnahme vor allem in Form fettreicher Süßigkeiten, wie Torten, Kuchen, Speiseeis etc. Diese Lebensmittel enthalten viel Fett und Kalorien, aber kaum Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.

Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe

Bei der Ernährung von Diabetikern wurden Zuckeraustauschstoffe lange Zeit als Zuckerersatz eingesetzt. Diese haben jedoch aufgrund der Aufhebung des Zuckerverbots an Bedeutung verloren. Zu den Zuckeraustauschstoffen gehören Fructose (Fruchtzucker) und Zuckeralkohole, wie Isomalt, Lactit, Maltit, Mannit, Sorbit und Xylit. Bei der Verwendung von Zuckeraustauschstoffe sollte folgendes beachtet werden:

  • Zuckeraustauschstoffe, in kleineren Mengen verzehrt, beeinflussen den Blutzucker kaum. Es wird somit auch kein Insulin benötigt. Diabetiker, die mit Insulin oder Tabletten vom Typ der Sulfonylharnstoffe oder Glinide behandelt werden, können Zuckeraustauschstoffe daher nicht wie Kohlenhydrate berechnen.
  • Allerdings muss der Kaloriengehalt bei Zuckeraustauschstoffen berücksichtigt werden:
    • ein Gramm Fructose liefert wie Zucker 4 kcal
    • ein Gramm Zuckeralkohol liefert 2,4 kcal
  • Bei Aufnahme von größeren Mengen von Zuckeralkoholen innerhalb eines kurzen Zeitraums können blähende und abführende Nebenwirkungen auftreten (siehe Tabelle unten).

Süßstoffe werden als Süßungsmittel in Lebensmitteln (z.B. zum Süßen von Milchprodukten, Getränken, Kaugummis) verwendet. In Deutschland sind Saccharin, Cyclamat, Acesulfam K, Aspartam, Thaumatin und Neohesperidin DC zugelassen.

  • Sie erhöhen den Blutzuckerspiegel nicht und sind kalorienfrei.

Übersichtstabelle: Zucker, Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe

Süßungsmittel Energiegehalt Süßkraft Einfluss auf Blutzuckerspiegel Bemerkung
 l
Zucker 4 kcal pro Gramm 1-fach Ja Beachten Sie die Empfehlungen (siehe oben)
 l
Zuckeraustauschstoffe
Fructose 4 kcal pro Gramm 1,4-mal so süss wie Haushalts- zucker kaum -bei Gewichtsabnahme muss Kaloriengehalt beachtet werden – ähnlich schädigend für die Zähne wie Zucker
Zuckeralkohole, wie Isomalt, Lactit, Maltit, Mannit, Sorbit, Xylit 2,4 kcal pro Gramm etwa wie Zucker kaum -Produkte mit Zuckeralkoholen dürfen als „zuckerfrei“ deklariert werden – bei 10 – 20 g Verzehr können Blähungen oder Durchfall auftreten
 l
Süßstoffe
z.B. Saccharin, Cyclamat, Acesulfam K, Aspartam, Thaumatin, Neohesperidin DC liefert keine Energie oder eine zu vernachlässigende Menge je nach Süßstoff 35 – 3000-fach Nein in zahlreichen Studien wurde belegt: Süßstoffe erhöht in den festgelegten Dosen nicht das Krebsrisiko, die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) hat zur Sicherheit Höchstverzehrsmengen festgelegt

modifiziert nach: Deutsches Diabetes-Forschungszentrum Düsseldorf; „Die Alternativen zum Zucker“ aus Informationssystem zum Diabetes mellitus (www. diabetes-deutschland.de), Jan 2001