Hund fürs Herz und für ein längeres Leben [241]

Das Zusammenleben mit einem Hund kann das Leben verlängern und zudem vor Herzinfarkt und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Besonders alleinlebende Menschen profitieren von der Hundehaltung. So lag einer schwedischen Untersuchung zufolge das Sterberisiko bei Personen, die allein mit einem Hund lebten, um ein Drittel niedriger als in Ein-Personen-Haushalten ohne Tier. Herz-Kreislauf-Erkrankungen traten um 11 % seltener auf. Diese Ergebnisse einer landesweit angelegten, schwedischen Kohortenstudie sind jetzt im Journal Scientific Reports publiziert worden (1).

Hunde wirken sich positiv auf die Lebenserwartung sowie die Herz- und Gefäßgesundheit ihrer Besitzer aus, indem sie soziale Unterstützung bieten, Stress verringern und zu mehr Bewegung anregen, so die Studienautoren von der der Uppsala Universität. Darüber hinaus sei jedoch auch denkbar, dass die Tiere das Mikrobiom des Menschen günstig beeinflussen (2).


Wissenschaftliche Details

Hunde können ihre Besitzer vor Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck oder auch Typ-2-Diabetes schützen. Sie verbessern zudem die Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt. Forschungsergebnisse dieser Art hat die American Heart Association schon im Jahr 2013 veranlasst, wissenschaftlich zu begründen, dass Hundehaltung das kardiovaskuläre Risiko verringert (3).

Inwieweit sich der Besitz eines Hundes auf die allgemeine und kardiovaskuläre Sterblichkeit auswirkt, untersuchten jetzt Wissenschaftler von der Uppsala Universität in Schweden in einer prospektiven landesweiten Kohortenstudie (1). 3.432.153 im Durchschnitt 57 Jahre alte Schweden ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen wurden in die Analysen einbezogen. Knapp jeder Achte von ihnen, also 448.298 Probanden, hielten einen Hund.

Ein Abgleich des Gesundheitsstatus der Studienteilnehmer mit und ohne Hund zu Beginn der Studie im Jahr 2001 und 12 Jahre später ergab eindeutige Vorteile für das Leben mit Hund. Die Hundebesitzer waren einem um 20 % geringeren allgemeinen Sterberisiko und einer um 23 % geringeren Sterblichkeit aufgrund kardiovaskulärer Erkrankungen ausgesetzt als Studienteilnehmer ohne Tier. Besonders Alleinlebende profitierten von der Gemeinschaft mit dem Hund. Ihr Sterberisiko verminderte sich sogar um ein Drittel. Auch waren sie um rund 11 % weniger häufig von kardiovaskulären Erkrankungen betroffen. Diese Personengruppe ist grundsätzlich durch soziale Isolation, Depression und Einsamkeit überproportional gefährdet, frühzeitig zu versterben.

Die Experten gehen davon aus, dass Hunde auf direktem Wege Einfluss auf die kardiovaskuläre Gesundheit und die Sterblichkeit ihrer Besitzer nehmen. Hunde helfen, den psychosozialen Stress zu lindern und sich mehr und draußen zu bewegen. Zudem erleichtern sie Sozialkontakte. Darüber hinaus ziehen die Studienautoren in Betracht, dass Hunde das Mikrobiom des Menschen günstig beeinflussen könnten (2). Aktuelle Studien konnten bereits zeigen, dass sich das Darm-Mikrobiom von Hund und Mensch ähneln (4).


Zum Weiterlesen

(1) M. Mubanga et al. (2017): Dog ownership and the risk of cardiovascular disease and death – a nationwide cohort study. In: Scientific Reports 7, Nr. 15821. Online unter https://www.nature.com/articles/s41598-017-16118-6

(2) Uppsala University (2017): Dog ownership linked to lower mortality rate. Presseerklärung vom 17. November 2017, abrufbar unter https://www.sciencedaily.com/releases/2017/11/171117085115.htm

(3) G.N. Levine et al. (2013): Pet ownership and cardiovascular risk: a scientific statement from the American Heart Association. In: Circulation, Vol. 127, Nr. 23, S. 2353–2363. Online unter https://doi.org/10.1161/CIR.0b013e31829201e

(4) L.P. Coelho et al. (2018): Similarity of the dog and human gut microbiomes in gene content and response to diet. In: BioMed Central Microbiome, Vol. 6, Nr. 72. Online unter https://microbiomejournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40168-018-0450-3

 

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