Gesundheitsförderliche Effekte von Kaffee [116]

Kaffee, der tägliche Begleiter von fast Jedermann, kann mehr als nur wach rütteln. Und es ist nicht nur das Koffein, das Kaffee zum Helfer im Alltag werden lässt. Wissenschaftler von der renommierten Harvard Universität in Boston ermittelten jetzt, das Kaffeetrinker insgesamt länger leben, weniger häufiger an Herz- Kreislauferkrankungen und an neurologischen Defekten sterben und sogar seltener Suizid begehen. Da diese Ergebnisse auf der Analyse von sehr großen Fallzahlen beruhen, gelten sie als aussagekräftig.

Ein moderater Genuss von Kaffee bis zu fünf Tassen, über den Tag verteilt, kann gesundheitsförderlich sein und dies vor allem bei Nichtrauchern, denn das Nikotin schmälert die Vorzüge. Die hilfreiche Wirkung von Kaffee wird nicht auf den Koffeingehalt zurückgeführt, da die Konsumenten von koffeinhaltigen und koffeinfreien Portionen gleichermaßen profitieren. Die Forscher regen daher an, gezielt nach bioaktiven Stoffen in den Kaffeebohnen zu suchen, um künftig im Detail zeigen zu können, welche der mehr als 6.000 Bestandteile Entzündungen mindern und Teilbereiche des Glukosestoffwechsels, die bei der Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2 entscheidend sind, günstig beeinflussen können. Kaffee ist ein Beispiel, wie scheinbar mühelos Prävention in den Lebensalltag integriert sein kann. Nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes liegt der durchschnittliche Konsum von Kaffee in Deutschland bei rund zwei Tassen am Tag und damit höher als in Italien. Mit 162 Liter pro Kopf wird im Jahr mehr Kaffee als Bier (108 Liter) oder auch Mineral- und Heilwasser (143,5 Liter) verbraucht.


Wissenschaftliche Details

Regelmäßiges moderates Kaffee trinken kann als Element einer gesunden, ausgewogenen Ernährung für Erwachsene empfohlen werden, schließt Frank Hu, Professor für Ernährung und Epidemiologie an der Harvard Universität aus einer aktuellen Untersuchung seiner Arbeitsgruppe (1). Die Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, welche Verbindung zwischen dem Kaffeekonsum und der Gesamt- bzw. ursachenspezifischen Sterblichkeit besteht (2).  Ausgangspunkt dafür waren Studienergebnisse, in denen die günstige Wirkung von Kaffee auf das Risiko, an Leber- oder Endometriumkarzinomen sowie an Diabetes Typ II, an Basaliomen sowie an einem Morbus Parkinson zu erkranken, beschrieben ist.

Beobachtungen zum Verbrauch von koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee bei 74.890 Frauen in der Nurses‘ Health Study (NHS), bei 93.054 Frauen in der Nurses‘ Health Study II und bei 40.557 Männern in der Health Professionals Studie bildeten hierfür die Grundlage für die sehr umfangreiche Untersuchung. Im Beobachtungszeitraum von bis zu 30 Jahren wurden 31.956 Todesfälle registriert und ausgewertet.

Die Analyse der Daten ergab, dass das tägliche Trinken von bis zu fünf Tassen Kaffee mit einer verminderten Sterblichkeit verbunden ist. Eine Tasse senkte das Sterberisiko um 6 Prozent (HR 0,94; 0,89-0,99), zwei bis drei Tassen um 8 Prozent (HR 0,92; 0,87-0,97) und vier oder fünf Tassen um 15 Prozent (HR 0,85; 0,79-0,92). Der protektive Effekt von Kaffee setzte sich bei Nichtrauchern auch dann fort, nachdem diese mehr als fünf Tassen am Tag tranken. Ab einer Dosis von 6 Tassen sankt das Sterberisiko um 12 Prozent (HR 0,88; 0,78-0,99). Bei den Rauchern hingegen minderte eine höhere Kaffeedosis das allgemeine Sterberisiko nicht. Günstig wirkte sich der moderate Kaffeekonsum auch auf das Risiko für Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen, neurologische Erkrankungen und für Suizide aus. Ein Zusammenhang zwischen dem Kaffeekonsum und der Gesamtsterblichkeit durch Krebserkrankungen wurde dagegen nicht beobachtet. Im nachfolgenden Schema sind die für eine Tasse Kaffee am Tag ermittelten Vorzüge zusammengefasst dargestellt  [1] (2):

Kaffee und gesundheitsfördernder Effekt auf verschiedene Krankheiten

Sowohl koffeinhaltiger als auch koffeinfreier Kaffee wirkt sich gesundheitsfördernd aus. Die Wissenschaftler empfehlen, in Folgestudien alle in den Kaffeebohnen enthaltenen bioaktiven Verbindungen zu analysieren, um ihre wohltuende Wirkung im Detail beschreiben zu können (1). So könnten Bestanteile wie Chlorogensäure, Lignane, Chinasäure-gamma-lacton (Chinid), Trigonellin und Magnesium Entzündungen mindern und die Insulinresistenz senken, Chlorogensäure die Glukoseabsorption im Darm und die Glukosefreisetzung aus der Leber verringern. Kaffee ist ein Beispiel, wie Prävention in den Lebensalltag integriert sein kann. Nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes liegt der durchschnittliche Konsum von Kaffee in Deutschland bei rund zwei Tassen am Tag und damit höher als in Italien. Mit 162 Liter pro Kopf wird im Jahr mehr Kaffee als Bier (108 Liter) oder auch Mineral- und Heilwasser (143,5 Liter) verbraucht (3).


 Zum Weiterlesen

(1) American Heart Association (2015): Moderate coffee drinking may be linked to reduced risk of death. American Heart Association Rapid Access Journal Report. Pressemitteilung. Online unter http://newsroom.heart.org/news/moderate-coffee-drinking-may-be-linked-to-reduced-risk-of-death

(2) M. Ding et al. (2015): Association of Coffee Consumption with Total and Cause-Specific Mortality in Three Large Prospective Cohorts. In: Circulation, Vol. 132, S. 2305-2315. Online unter http://circ.ahajournals.org/content/132/24/2305.long

(3) Deutscher Kaffeeverband. Zahlen Daten Fakten. Deutscher Kaffeemarkt 2014. Pro Kopf Verbrauch von Kaffee in Litern. Online unter http://www.kaffeeverband.de/images/dkv_inhalte/Presse/Zahlen/NationalerKaffeemarkt/2015/KV-JB-2015-NAT-11.jpg

Fußnote

[1] Die Autoren nehmen auf Vorläuferstudien Bezug, in denen die günstige Wirkung von Kaffee auf das Risiko, an Leber- oder Endometriumkarzinomen sowie an Diabetes Typ II, an Basaliomen sowie an einem Morbus Parkinson zu erkranken, beschrieben ist.

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