Ein hohes Risiko für Herzerkrankungen im mittleren Lebensalter weist auf die Wahrscheinlichkeit von Demenzen im Alter hin [161]

Alzheimer befürchtet, wer familiär vorbelastet ist. Doch auch bereits bekannte Risikofaktoren für Herzerkrankungen in der Lebensmitte, wie Diabetes, Rauchen und Bluthochdruck können zugleich ein Hinweis darauf sein, dass im Alter die Hirnleistungen krankheitsbedingt nachlässt.

Wissenschaftler der Johns Hopkins Universität in Baltimore fanden heraus, dass eine Vielzahl von Demenzpatienten, die schon in der Lebensmitte starke Raucher waren, an zu hohem Blutdruck sowie an Diabetes litten, ein erhöhtes Risiko haben, an Demenz zu erkranken. Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes schädigen das Gefäßsystem und zählen daher zu den klassischen Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Experten diskutieren, wie die Risikofaktoren für Herzerkrankungen im mittleren Lebensalter mit Demenz im Alter zusammenhängen. Es lässt sich vermuten, dass der Zustand unserer Herzgefäße ebenso mitentscheidet, wie lange das Hirn im Alter gut funktioniert.


Wissenschaftliche Details

Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes schädigen nicht nur das Herz, sondern können auf lange Sicht auch zum Verlust von Hirnleistungen beitragen. Wissenschaftler von der Johns Hopkins Universität in Baltimore zogen jetzt auf dem internationalen Kongress der amerikanischen Schlaganfallgesellschaft eine Zwischenbilanz aus Forschungen zu Herz und Hirn der ARIC-Studie (1). Demnach verstärkten Faktoren, die schon in der Lebensmitte das Herz belasten, die Wahrscheinlichkeit, im Alter auch an Demenzen zu erkranken. Diese Einschätzung beruht auf Daten von 15.744 Bewohnern aus 4 US-amerikanischen Gemeinden, die seit 1987 gesammelt werden. Unter allen Studienteilnehmern entwickelten bislang 1.516 eine Demenz. Die Betroffenen wurden näher analysiert, um herauszufinden, welche Faktoren das Risiko für eine Demenz erhöhen können.

Das Erkrankungsrisiko war bei Personen mit Bluthochdruck (≥140/90 mmHg) zu 39 % erhöht. Auch Studienteilnehmer mit einem leicht erhöhtem Blutdruck (zwischen 120/80 mmHg und 139/89 mmHg) erkrankten zu fast einem Drittel häufiger an Demenz, als Personen mit normalem Blutdruck. Langjährige Raucher hatten im Vergleich zu Nichtrauchern und Personen, die mit dem Rauchen aufgehört hatten, ein 41 % erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken. Diabetes zeigte den größten Einfluss. Das Risiko dieser Gruppe war um 77 % erhöht. Insgesamt waren Frauen mit 11 Prozent etwas weniger gefährdet als Männer.

Das von Diabetes ausgehende Demenzrisiko ist sogar in etwa so hoch, wie das Risiko aufgrund einer genetischen Prädisposition. Zudem beeinflusste ein höheres Lebensalter und eine nur geringe Schulbildung die Gefährdung für Demenzen negativ. Demenzprävention beginnt, so schließen die Experten, in der Lebensmitte mit gefäßschützenden Maßnahmen.


Zum Weiterlesen

(1) American Heart Association (2017): Heart risks in middle age boost dementia risk later in life. American Stroke Association Meeting Report, Session A14, Abstract 98. Online unter http://newsroom.heart.org/news/heart-risks-in-middle-age-boost-dementia-risk-later-in-life?preview=ac29

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