Tipps zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte

Die traditionelle mediterrane Ernährung ist ein hervorragendes Beispiel zur Umsetzung der cholesterinsenkenden Kost. Durch die günstige Lebensmittelauswahl liefert die mediterrane Kost alle wichtigen Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis.   Eine cholesterinsenkende Kost ist daher keine “Krankenkost”, sondern eine gesunde und genussvolle Ernährung für Jedermann.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen sind für alle Menschen mit zu hohem Serumcholesterinspiegel (Hypercholesterinämie) empfehlenswert.

  • Menschen mit leicht erhöhten Cholesterinwerten können durch eine günstige Ernährung und einen gesunden Lebensstil eine Medikamentengabe verhindern.
  • Ob ergänzend eine Medikamenteneinnahme erforderlich ist, sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt entschieden werden.
  • Bei Menschen mit stark erhöhten Cholesterinwerten kann eine nicht-medikamentöse Therapie eine Senkung des Arzneimittelbedarfs bewirken.
  • Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten und gleichzeitig erhöhtem Triglyceridspiegel sollten auch die Hinweise zu eine triglyceridsenkenden Kost beachten.
Sie sind nicht übergewichtig und haben erhöhte Cholesterinwerte: Folgen Sie den allgemeinen Tipps für Ihre herzgesunde Kost. Beachten Sie, dass die Tipps für eine cholesterinsenkende Ernährung mit denen einer herzgesunden Kost übereinstimmen, die damit zum Erhalt der Gesundheit im Allgemeinen und zur Vorbeugung der koronaren Herzkrankheit im Besonderen beitragen.
Sie sind übergewichtig und haben erhöhte Cholesterinwerte: Gewichtsreduktion ist für Sie die wichtigste Maßnahme zur Normalisierung Ihrer Blutfettwerte. Folgen Sie den Tipps für Ihre herzgesunde Kost. Berücksichtigen Sie zusätzlich die nachstehenden Tipps zur Senkung Ihrer Blutcholesterinwerte.
Verminderte Aufnahme gesättigter Fettsäuren und Transfettsäuren (bis zu 10% der Gesamtenergiezufuhr, für Personen mit erhöhtem LDL-Cholesterin bis zu 7%)
  • Eine hohe Zufuhr gesättigter Fettsäuren und sogenannter Transfettsäuren ist der entscheidende Faktor einer nahrungsbedingten Erhöhung des LDL-Cholesterins im Blut. Umgekehrt führt eine verminderte Aufnahme gesättigter Fettsäuren und Transfettsäuren zu deutlich niedrigeren LDL- und Gesamtcholesterinwerten.
Erhöhte Aufnahme von einfach ungesättigten Fettsäuren  (bis zu 15 – 20 % der Gesamtenergiezufuhr)
  • Ein bevorzugter Verzehr an einfach ungesättigten Fettsäuren statt gesättigter Fettsäuren bewirkt eine Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin.
  • Eine höhere Aufnahme an einfach ungesättigten Fettsäuren kann LDL Partikel vor Oxidation schützen.
  • Bei Personen mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, die bis zu 35% Fett pro Tag verzehren können (s.u.), kann die Aufnahme einfach ungesättigter Fettsäuren bis zu 20% betragen.
Moderate Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren  (maximal 7 – 10 % der Gesamtenergiezufuhr)
  • Ein Austausch von gesättigten gegen mehrfach ungesättigte Fettsäuren führt zur Senkung des LDL-Cholesterins.
  • Eine unerwünscht hohe Aufnahme an mehrfach ungesättigten Fettsäuren kann jedoch zu einer verstärkten LDL-Oxidation führen und folglich das schnellere Fortschreiten einer Arteriosklerose begünstigen.
  • Eine höherer Verzehr von omega-3-Fettsäuren kann das Risiko an koronarer Herzkrankheit zu erkranken oder zu sterben senken, die Serumtriglyzeride und die Aggregationsneigung der Thrombozyten verringern und vor Herzrhythmusstörungen schützen. Dazu sollte ein Verhältnis von omega-6 zu omega-3-Fettsäuren von 5:1 oder weniger angestrebt werden.
  • Der Körper benötigt eine angemessene Aufnahme essentieller (lebensnotwendiger) mehrfach ungesättigter Fettsäuren.
Eingeschränkte Gesamtfettzufuhr (bis zu 25 – 35 % der Gesamtenergiezufuhr, vorausgesetzt die Fettsäurezusammensetzung stimmt mit den oben genannten Empfehlungen überein)
  • Eine Fettzufuhr im unteren Grenzbereich kann bei der Therapie von Übergewicht und Adipositas helfen, die Energieaufnahme zu reduzieren.
  • Personen, die verstärkt körperlich aktiv sind, können bis zu 35% Fett verzehren.
Begrenzte Cholesterinaufnahme aus der Nahrung (weniger als 300 mg pro Tag, weniger als 200mg pro Tag bei erhöhtem LDL-Cholesterin)
  • Eine hohe Aufnahme von Nahrungscholesterin erhöht das Gesamt- und LDL-Cholesterin im Blut. Diese Wirkung ist jedoch im Durchschnitt deutlich geringer als durch gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren.
Hohe Zufuhr von kohlenhydratreichen Lebensmitteln (mindestens 50 % der Gesamtenergiezufuhr) mit hohem Gehalt an Ballaststoffen (mindestens 25 g pro Tag) oder mit niedrigem glykämischem Index
  • Ein vermehrter Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen, bzw. eine Kost reich an Ballaststoffen und mit niedrigem glykämischem Index, geht mit einem niedrigeren Risiko für koronare Herzkrankheit einher.
  • Eine kohlenhydrat- und ballaststoffreiche Kost ist reich an Vitaminen, Antioxidantien, Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen und enthält gleichzeitig weniger gesättigte Fette.
  • Ballaststoffe haben einen günstigen Einfluss auf das LDL-Cholesterin.
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel sättigen und beugen verschiedenen Magen-Darm-Erkrankungen vor.
  • Eine hohe Aufnahme von raffinierten Kohlenhydraten und Zucker (mehr als 10% der täglichen Energiezufuhr) kann zu überhöhter Kalorienzufuhr führen und unerwünschte Effekte auf das HDL-Cholesterin und die Triglyceride haben.
Begrenzte Alkoholaufnahme: falls konsumiert, sollten Männer nicht mehr als 20 g und Frauen nicht mehr als 10 g Alkohol pro Tag aufnehmen
  • Mehrere Studien haben gezeigt, dass ein mäßiger Alkoholkonsum mit einem niedrigen Risiko für koronare Herzkrankheit assoziert ist.
  • Dieser positive Effekt wird vor allem durch einen Anstieg des HDL-Cholesterins bei regelmäßigem moderatem Alkoholkonsum erklärt.
  • Alkoholkonsum kann sich jedoch ungünstig auf bestehenden Bluthochdruck, erhöhte Triglyceridwerte und Übergewicht auswirken sowie zur Entwicklung verschiedener Krebserkrankungen beitragen.
Erhalt des Normalgewichts  bzw. Gewichtsnormalisierung bei Personen mit Übergewicht

Zum Weiterlesen

G. Assmann et al. (1999): Coronary heart disease: reducing the risk: a worldwide view. International Task Force for the Prevention of Coronary Heart Disease. In: Circulation, Vol. 100, Nr. 18, S. 1930-8.

R.M. Krauss et al. (2000): AHA Dietary Guidelines: revision 2000: A Statement for Healthcare Professionals from the Nutrition Committee of the American Heart Association. In: Stroke, Vol. 31, Nr. 11, S. 2751-66.