Lebensstil

Zur Prävention einer koronaren Herzkrankheit, der häufigsten Ursache von Herzinfarkten, ist es besonders wichtig, auf einen gesunden Lebensstil zu achten.

Tipps für ein herzgesundes Leben:

A Raucherentwöhnung

  • Machen Sie sich die Vorteile des Nichtrauchens bewusst (z.B. geringeres Herzinfarkt- und Krebsrisiko, finanzielle Einsparungen).
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen: meist sind mehrere Versuche einer Rauchentwöhnung notwendig.
  • Suchen Sie praktischen Rat und regelmäßigen Kontakt zu einem Berater (Arzt, Psychologen).
  • Suchen Sie soziale Unterstützung in der Familie, von Freunden oder in einer Selbsthilfegruppe.
  • Eine Nikotinersatztherapie kann Ihre Chancen zur erfolgreichen Rauchentwöhnung erhöhen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

B Herzgesunde Ernährung

  • Essen Sie reichlich pflanzliche Lebensmittel, insbesondere Gemüse, Obst, Getreidevollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse, aber nur wenig Weißmehlprodukte und Zucker.
  • Vermeiden Sie gesättigte Fette, denn sie lassen das LDL-Cholesterin im Blut ansteigen. Gesättigte Fette nehmen wir hauptsächlich mit „versteckten Fetten“ in Lebensmitteln wie Wurst, fettreichen Milchprodukten, Schokolade, süßem und salzigem Gebäck und Fertiggerichten auf. Bevorzugen Sie deshalb mageres Fleisch und fettarme Milchprodukte.
  • Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche Fisch, vor allem auch fettreichen wie Hering, Makrele, Lachs und Thunfisch.
  • Verwenden Sie Olivenöl und/oder Rapsöl für Salatdressings sowie zum Kochen, Braten und Backen.
  • Salzen Sie Ihre Speisen sparsam und schränken Sie salzreiche Lebensmittel wie gesalzene und geräucherte Fleischwaren, Salzgebäck und Fertiggerichte ein.
  • Beschränken Sie Ihren Alkoholkonsum auf 1–2 Gläser Wein oder Bier (Männer) bzw. 1 Glas Wein oder Bier (Frauen) pro Tag. Die traditionelle Mittelmeerkost ist ein besonders gutes Beispiel für eine gesunde und schmackhafte Lebensmittelauswahl.

Die traditionelle Mittelmeerkost ist ein besonders gutes Beispiel für eine gesunde und schmackhafte Lebensmittelauswahl.

 

Wenn Ihre Triglyceride erhöht sind, sollten Sie zusätzlich

  • möglichst weitgehend auf alle alkoholischen Getränke verzichten.
  • bevorzugt Fettfisch wie Makrele, Lachs, Sardinen, Thunfisch oder Hering essen (alle reich an Omega-3-Fettsäuren).
  • den Verzehr von Zucker und zuckerhaltigen Lebensmitteln einschränken.


Wenn Ihr Blutdruck erhöht ist, ist es besonders wichtig,

  • reichlich Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und regelmäßig fettarme Milchprodukte, Geflügel und Fisch zu essen.
  • Ihre Salzzufuhr zu begrenzen.
  • Ihren Alkoholkonsum einzuschränken oder ganz auf Alkohol zu verzichten.

C Erhalt des Normalgewichts bzw Gewichtsreduktion

  • Wenn Sie Übergewicht haben, sollten Sie versuchen Ihr Ausgangsgewicht um 5 bis 10 % über einen Zeitraum von 6 Monaten, beziehungsweise um ½ bis 1 kg pro Woche zu senken.
  • Anschließend ist es meist sinnvoll, zunächst Ihr niedrigeres Körpergewicht zu halten und eventuell später weiter abzunehmen.
  • Reduzieren Sie die Energiezufuhr um 500 bis 800 kcal pro Tag. Senken Sie Ihre Energiezufuhr höchstens auf 1200 bis 1600 kcal/Tag bei Männern bzw. 1000 bis 1200 kcal/Tag bei Frauen.
  • Machen Sie sich Ihre Essgewohnheiten und Ihre körperliche Bewegung bewusst (z.B. Protokolle, Tagebuch) und suchen Sie nach Möglichkeiten einer dauerhaften Veränderung.
  • Suchen Sie soziale Unterstützung durch Freunde, Familie, Arzt, bei Ihrer Krankenversicherung oder in einer Gruppe.
  • Körperliche Bewegung erleichtert eine Gewichtsreduktion und den langfristigen Erhalt des niedrigeren Körpergewichts.
  • Ein kleines Beispiel, wie Sie 500 kcal am Tag einsparen können:

D Mehr Bewegung für Körper, Seele und Geist

  • Bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten (oder z.B. 3x10 Minuten) mit mittlerer Intensität (siehe Tabelle unten).
  • Körperliche Bewegung umfasst auch Aktivitäten im Alltag, wie Treppensteigen, Gartenarbeit und Hausarbeit.
  • Waren Sie bisher körperlich inaktiv, ist das 30-Minuten-Ziel schrittweise über 4 Wochen erreichbar.
  • Beispiele für körperliche Aktivität (mittlere Intensität):
  • Bitte teilen Sie die folgenden Warnzeichen einer Überbelastung Ihrem Übungsleiter oder Arzt mit: Erholungszeit länger als 5 Minuten, Schmerzen in der Brust, plötzliche kurzzeitige Ohnmacht, anhaltender, hartnäckiger Husten.
  • Menschen mit Übergewicht oder hohem Herzinfarktrisiko sollten sich vor Beginn eines Bewegungsprogramms ärztlich untersuchen lassen.
  • Optimismus hält gesund, Stress und Ärger machen krank. Das gilt auch im Hinblick auf Herzerkrankungen. Gönnen Sie sich daher Entspannung - z.B. durch Bewegung oder auch Entspannungstechniken, wie Yoga und autogenes Training.