Die Weltbank und die WHO haben erstmalig im Jahre 1991 eine Initiative zum Thema „Global Burden of Disease“ gestartet, um weltweit über Erkrankungen und Risikofaktoren Erfahrung zu sammeln und Vergleiche anstellen zu können. Die neueste Studie berichtet über die entsprechende Datenlage in 187 Ländern im Zeitraum 1990 bis 2010. In dem Bericht werden die verlorenen Lebensjahre und die Jahre mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zusammengefasst als „gesunde verlorene Lebensjahre“ und mit standardisierten statistischen Verfahren als „disability-adjusted life-years (DALYs)“ quantifiziert. Bei einer Berechnung der DALYs für die Vereinigten Staaten sind die ischämische Herzkrankheit, die chronisch obstruktive Lungenkrankheit, Rückenschmerzen, Krebs der Luftröhre, der Bronchien oder der Lunge, depressive Erkrankungen, muskuloskeletale Erkrankungen, Schlaganfall, Diabetes mellitus, Verkehrsunfälle und medikamentenbezogene Erkrankungen in der genannten Reihenfolge die häufigsten Ursachen für DALYs. Weltweit sind die 10 wichtigsten Ursachen für DALYs die ischämische Herzkrankheit, Lungenentzündungen, Schlaganfall, Durchfall, HIV/Aids, Malaria, Rückschmerzen, Komplikationen bei Frühgeborenen, chronische obstruktive Lungenkrankheit und Verkehrsunfälle in der genannten Reihenfolge. Unter den Risikofaktoren, die weltweit bei DALYs eine Rolle spielen werden hoher Blutdruck, Zigarettenrauchen einschließlich Passivrauchen, Luftverschmutzung, eine an Früchten arme Ernährung  und Alkoholkonsum als wichtigste Faktoren gelistet.

Obwohl es zwischen den Ländern bezüglich Todesursachen, gesundheitlicher Beeinträchtigungen, DALYs enorme Unterschiede gibt, sind bestimmte Risikofaktoren, wie Alkoholkonsum, Übergewicht bei Erwachsenen, hoher Blutdruck, Rauchen und Untergewicht bei Kindern in vielen Ländern besonders häufig. Präventionsmaßnahmen haben deshalb immer einen regionalen Schwerpunkt zu setzen. Hoher Blutdruck, Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum sind sicherlich die Risikofaktoren, die auch in Deutschland bezüglich notwendiger Präventionsmaßnahmen eine Sonderrolle spielen.

Quelle:

Murray CJ, Lopez AD. Measuring the global burden of disease. N Engl J Med. 2013;369:448-57.