Radfahren verbrennt Fettmasse effizienter als das Training im Fitnessstudio, fanden jetzt dänische Biomediziner heraus (1). Im Praxistest waren junge, übergewichtige und nicht sehr sportliche Kopenhagener gegeneinander angetreten, um ihr Gewicht zu reduzieren. Eine Gruppe fuhr im Schnitt 14 km täglich mit dem Rad, zwei weitere trainierten täglich 35 Minuten intensiv bzw. 55 Minuten moderat im Fitnessstudio. Eine vierte Gruppe behielt ihren Lebensstil unverändert bei.

Jede Art von regelmäßiger körperlicher Bewegung zahlte sich aus. Am Aufwand gemessen, profitierten die Radler am stärksten: nach einem halben Jahr hatten diese im Schnitt 4,2 kg Fettmasse verloren. Sie erzielten damit nahezu beiläufig einen Erfolg, der im Fitnessstudio nur durch intensives Training zu erarbeiten war. Wer das Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit nutzt, kann Fett daher ebenso gut verbrennen wie im Fitnessstudio und spart zudem noch Kraft und Zeit, so das Resümee der Experten.

Sport wird empfohlen, um das Gewicht zu kontrollieren. Doch nicht immer folgt dem Einsatz von Energie, Zeit und Geld das gewünschte Ergebnis. Biomediziner von der Universität Kopenhagen haben daher untersucht, welche Freizeitaktivitäten für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion empfohlen werden können. Ihre Ergebnisse sind jetzt im International Journal of Obesity publiziert (1).

In der randomisierten Studie ist bei übergewichtigen jüngeren Kopenhagenern gemessen worden, welchen Effekt das regelmäßige Radfahren sowie intensives und moderates Fitnesstraining auf die Menge von Körperfett hat. Die Studienteilnehmer waren zwischen 20 und 54 Jahre alt, hatten einen Body-Maß-Index von 25‑35 kg/ m2 und sich vor Studienbeginn nur wenig sportlich betätigt. 18 von ihnen behielten ihren Lebensstil bei, 35 begannen täglich ca.  14 km mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, 39 trainierten täglich 55 Minuten moderat und weitere 38 trainierten täglich 35 Minuten intensiv im Fitnessstudio. Als Maß der Trainingsintensität lag der Wert der maximalen Sauerstoffaufnahme (70 versus 50 %) zugrunde.

Alle sportlich aktiven Studienteilnehmer profitierten vom regelmäßigen Training über einen Zeitraum von 3 bzw. 6 Monaten hinweg. Sie konnten ihren mittels Röntgenabsorption bestimmten Körperfettanteil spürbar reduzieren. Die Radler und die intensiv trainierenden Freizeitsportler verloren im Verlaufe eines halben Jahres mit 4,2 bzw. 4,5 kg nahezu gleichviel an Körperfettanteilen. Doch mussten sich die Radler wenige dafür anstrengen und konnten ihr Sportprogramm leichter in den Tagesablauf integrieren. Moderate Übungen im Studio reduzierten den Körperfettanteil der Akteure weniger, im Schnitt um 2,6 kg.

Fitnesstraining jeder Art und Rad fahren sind auf jeden Fall besser als körperliche Inaktivität, so die Studienautoren. Wer sich für Sport zur Gewichtsreduktion entscheidet, hat allerdings eine Wahl und ist nicht zwangsläufig verpflichtet, sich im Studio zu verausgaben. Mit dem Rad entspannt zur Arbeit und zurück nach Hause zu fahren, sei mindestens genauso effektiv, um Körperfettanteile zu reduzieren. Die Studie ist Teil des Forschungsprogramms Governing Obesity, das vom Exzellenzprogramm für interdisziplinäre Forschung der Universität Kopenhagen finanziert wird.

Zum Weiterlesen

  1. JS Quist et al. Effects of active commuting and leisure-time exercise on fat loss in women and men with overweight and obesity: A randomized controlled trial. International Journal of Obesity accepted article preview 10 October 2017; doi: 10.1038/ijo.2017.253, abrufbar über: https://www.nature.com/ijo/journal/vaop/naam/abs/ijo2017253a.html