Der Verzehr von magnesiumreichen Lebensmitteln wie etwa grünes Blattgemüse, Vollkorn, Nüsse und Kakao kann helfen, sich vor Herzschwäche, Schlaganfall und Typ-2‑Diabetes zu schützen. Chinesische Wissenschaftler errechneten aus Daten von 40 Studien aus neun Ländern, darunter auch Deutschland, die Dosis‑Wirkungs‑Beziehung von durch die Nahrung aufgenommenem Magnesium auf kardiovaskuläre Erkrankungen, Typ‑2‑Diabetes und Gesamtmortalität (1). Danach könnte schon eine Steigerung der täglichen Magnesiumzufuhr um 100 Milligramm das Risiko für eine Herzinsuffizienz um 22 %, für einen Typ-2-Diabetes um 19 % und für einen Schlaganfall um 7 % verringern.

Magnesiummangel kommt nach Ansicht der Wissenschaftler, selbst in Ländern, in denen magnesiumreiche Lebensmittel ständig verfügbar sind (bspw. USA), relativ häufig vor. Als Grund nennen Sie die überwiegend unausgewogene Ernährung. In Deutschland liegt die geschätzte durchschnittliche Magnesiumzufuhr derzeit allerdings sogar etwas über den Empfehlungen (2).

Magnesium gehört zu den biologisch aktiven Mineralstoffen, die der Mensch essentiell benötigt, um seine Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten. Es ist u.a. an der Reizübertragung zwischen den Nerven und den Muskeln beteiligt und trägt zur Aktivierung von Enzymen für den Glukosestoffwechsel, der Proteinproduktion und der Nukleinsäure-Synthese bei (3). Magnesium aus der Nahrung wird über den Dünndarm aufgenommen, wobei die Absorptionsmenge insbesondere abhängig ist von dem Magnesiumstatus im Körper und nicht von der zugeführten Gesamtmenge. Ab dem 25. Lebensjahr wird Männern eine Tagesdosis von 350 mg und Frauen eine Menge von 300 mg empfohlen. Für die Schwangerschaft und Stillzeit werden etwas höhere Zufuhrmengen empfohlen (4). Ist die Magnesiumzufuhr dauerhaft unzureichend, können chronische Erkrankungen die Folge sein. Studien belegen einen Zusammenhang zu chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Alzheimer und zum metabolischen Syndrom in seiner Kombination von zu hohen Blutdruck- Blutzucker- und Blutfettwerten sowie den nachfolgenden Herz- und Gefäßerkrankungen.

Bei Kindern kann ein Magnesiummangel auf Grund von Durchfallerkrankungen recht schnell entstehen. Bei Erwachsenen tritt Magnesiummangel v.a. bei chronischem Alkoholismus auf. Auch eine sehr einseitige Ernährung kann zu Magnesiummangel führen, wobei dieser dann in derRegel nicht isoliert auftritt. In Deutschland liegt die geschätzte durchschnittliche Magnesiumzufuhr von Männern bei 452 mg, die von Frauen bei 373 mg (2). Die Studienautoren legen allerdings nahe, dass selbst in Ländern, in denen magnesiumreiche Lebensmittel reichlich und ständig verfügbar sind, die einseitige Ernährungsweise bei geschätzt 2,5 – 15 % der Bevölkerung zu einem Mangel führt.

Inwieweit magnesiumreiche Ernährung das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen dosisabhängig beeinflusst, errechneten chinesische Wissenschaftler in einer Meta-Analyse von 40 Einzelstudien aus China, den USA, Japan, Deutschland, Finnland, Schweden, Großbritannien, Spanien und Australien. Bei den insgesamt mehr als eine Million Teilnehmern traten während der vier bis 30 Jahre andauernden Untersuchungen 7.678 Fälle von koronarer Herzerkrankung, 701 Fälle von Herzinsuffizienz, 14.755 Schlaganfälle, 26.299 Fälle von Typ-2-Diabetes und 10.983 Todesfälle aller Ursachen auf. Ein Abgleich mit den Ernährungsgewohnheiten ließ Rückschlüsse über die Verbindung zur magnesiumreichen bzw. –armen Kost und dem Erkrankungs- und Sterberisikorisiko zu. So ergaben Hochrechnungen, dass eine Steigerung der täglichen Magnesiumzufuhr um 100 Milligramm das Risiko für eine Herzinsuffizienz um 22 %, für einen Typ-2-Diabetes um 19 %, für einen Schlaganfall um 7 % und für die allgemeine Sterblichkeit um 10 % verringern kann. Subgruppenanalysen zeigten keinen Bezug zum Geschlecht und zum Wohnort der Betroffenen auf. Auch konnte keine statistisch relevante Verbindung zwischen der Magnesiumzufuhr und dem Risiko für koronare Herzerkrankungen ermittelt werden.

Grünes Blattgemüse wie Spinat, Bohnen, Gewürze, Nüsse, Kakao und Vollkorn etwa enthalten reichlich Magnesium. Jedoch ist der Tagesbedarf an Magnesium nach Ansicht der Wissenschaftler nicht über eine Einzelportion zu decken. Sie empfehlen daher eine Vielzahl magnesiumhaltiger Lebensmittel zu kombinieren, um den Schutzeffekt vor Erkrankungen wie Herzschwäche, Typ-2-Diabetes und Schlaganfall und mehr zu unterstützen.

Zum Weiterlesen

  1. X. Fang et al. Dietary magnesium intake and the risk of cardiovascular disease, type 2 diabetes, and all-cause mortality: a dose-response meta-analysis of prospective cohort studies. BMC Medicine, DOI: 10.1186/s12916-016-0742-z. http://dx.doi.org/10.1186/s12916-016-0742-z
  2. Elmadfa, Ibrahim, and Claus Leitzmann. Ernährung des Menschen. Vol. 8036. UTB, 2015.
  3. Vgl. Assmann-Stiftung für Prävention. Ernährung. Vitamine und Mineralstoffe. Wissenswertes. Blog, abrufbar über http://www.assmann-stiftung.de/ernaehrung/vitamine-und-mineralstoffe/wissenswertes/ und Präventiver Schutz vor Mangeldurchblutung im Gehirn. Blog, abrufbar über http://www.assmann-stiftung.de/praventiver-schutz-vor-mangeldurchblutung-im-gehirn-durch-magnesium
  4. Laut Referenzangaben der Publikation (1) wird Schwangeren und Stillenden eine tägliche Magnesiumzufuhr von 450 mg empfohlen. Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt 310 mg für Schwangere und 390 mg für Stillende, vgl. unter dem Link http://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/