Präventive Ernährung
Wissenschaftliche Empfehlungen zur herzgesunde Ernährung
Die Beachtung folgender Empfehlungen trägt bei
- zum Erhalt der Gesundheit im Allgemeinen,
- zur Prävention einer koronaren Herzkrankheit (Die meisten Risikofaktoren können durch eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil beeinflusst werden.),
- zur Verbesserung der Cholesterinwerte, da die unten aufgeführten Grundsätze den Ernährungsempfehlungen für eine cholesterinsenkende Kost entsprechen.
Tabelle: Überblick der Nährstoffempfehlungen oder als [
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Verminderte Aufnahme gesättigter Fettsäuren und Transfettsäuren (bis zu 10% der Gesamtenergiezufuhr, für Personen mit erhöhtem LDL-Cholesterin bis zu 7%)
- Eine hohe Zufuhr gesättigter Fettsäuren und sogenannter Transfettsäuren ist der entscheidende Faktor einer nahrungsbedingten Erhöhung des LDL-Cholesterins im Blut. Umgekehrt führt eine verminderte Aufnahme gesättigter Fettsäuren und Transfettsäuren zu deutlich niedrigeren LDL- und Gesamtcholesterinwerten.
Erhöhte Aufnahme von einfach ungesättigten Fettsäuren (bis zu 15 - 20 % der Gesamtenergiezufuhr)
- Ein bevorzugter Verzehr an einfach ungesättigten Fettsäuren statt gesättigter Fettsäuren bewirkt eine Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin.
- Eine höhere Aufnahme an einfach ungesättigten Fettsäuren kann LDL Partikel vor Oxidation schützen.
- Bei Personen mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, die bis zu 35% Fett pro Tag verzehren können (s.u.), kann die Aufnahme einfach ungesättigter Fettsäuren bis zu 20% betragen.
Moderate Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (maximal 7 - 10 % der Gesamtenergiezufuhr)
- Ein Austausch von gesättigten gegen mehrfach ungesättigte Fettsäuren führt zur Senkung des LDL-Cholesterins.
- Eine unerwünscht hohe Aufnahme an mehrfach ungesättigten Fettsäuren kann jedoch zu einer verstärkten LDL-Oxidation führen und folglich das schnellere Fortschreiten einer Arteriosklerose begünstigen.
- Eine höherer Verzehr von omega-3-Fettsäuren kann das Risiko an koronarer Herzkrankheit zu erkranken oder zu sterben senken, die Serumtriglyzeride und die Aggregationsneigung der Thrombozyten verringern und vor Herzrhythmusstörungen schützen.
Dazu sollte ein Verhältnis von omega-6 zu omega-3-Fettsäuren von 5:1 oder weniger angestrebt werden. - Der Körper benötigt eine angemessene Aufnahme essentieller (lebensnotwendiger) mehrfach ungesättigter Fettsäuren.
Eingeschränkte Gesamtfettzufuhr (bis zu 25 - 35 % der Gesamtenergiezufuhr, vorausgesetzt die Fettsäurezusammensetzung stimmt mit den oben genannten Empfehlungen überein)
- Eine Fettzufuhr im unteren Grenzbereich kann bei der Therapie von Übergewicht und Adipositas helfen, die Energieaufnahme zu reduzieren.
- Personen, die verstärkt körperlich aktiv sind, können bis zu 35% Fett verzehren.
Begrenzte Cholesterinaufnahme aus der Nahrung (weniger als 300 mg pro Tag, weniger als 200mg pro Tag bei erhöhtem LDL-Cholesterin)
- Eine hohe Aufnahme von Nahrungscholesterin erhöht das Gesamt- und LDL-Cholesterin im Blut. Diese Wirkung ist jedoch im Durchschnitt deutlich geringer als durch gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren.
Hohe Zufuhr von kohlenhydratreichen Lebensmitteln (mindestens 50 % der Gesamtenergiezufuhr) mit hohem Gehalt an Ballaststoffen (mindestens 25 g pro Tag) oder mit niedrigem glykämischem Index
- Ein vermehrter Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen, bzw. eine Kost reich an Ballaststoffen und mit niedrigem glycämischem Index, geht mit einem niedrigeren Risiko für koronare Herzkrankheit einher.
- Eine kohlenhydrat- und ballaststoffreiche Kost ist reich an Vitaminen, Antioxidantien, Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen und enthält gleichzeitig weniger gesättigte Fette.
- Ballaststoffe haben einen günstigen Einfluss auf das LDL-Cholesterin.
- Ballaststoffreiche Lebensmittel sättigen und beugen verschiedenen Magen-Darm-Erkrankungen vor!
- Eine hohe Aufnahme von raffinierten Kohlenhydraten und Zucker (mehr als 10% der täglichen Energiezufuhr) kann zu überhöhter Kalorienzufuhr führen und unerwünschte Effekte auf das HDL-Cholesterin und die Triglyceride haben.
Begrenzte Salzaufnahme (höchstens 6 Gramm pro Tag)
- Eine Reduktion der Salzzufuhr führt zur Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks.
Begrenzte Alkoholaufnahme: falls konsumiert, sollten Männer nicht mehr als 20g und Frauen nicht mehr als 10g Alkohol pro Tag aufnehmen
- Mehrere Studien haben gezeigt, dass ein mäßiger Alkoholkonsum mit einem niedrigen Risiko für koronare Herzkrankheit assoziert ist.
- Alkoholkonsum kann sich jedoch ungünstig auf bestehenden Bluthochdruck, erhöhte Triglyceridwerte und Übergewicht auswirken sowie zur Entwicklung verschiedener Krebserkrankungen beitragen.
Eine angemessene Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1,5 Liter pro Tag)
- Der Körper benötigt eine angemessene Flüssigkeitszufuhr zur Regulation der Körpertemperatur, für die Blutzirkulation, die Verdauung, den Nahrungstransport, die Nierenfunktion und die Auscheidung von Abbauprodukten.
- Kalorienfreie- oder arme Getränke werden besonders empfohlen.
Erhalt des Normalgewichts bzw. Gewichtsnormalisierung bei Personen mit Übergewicht
- Übergewicht ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Gicht.
- Übergewichtige sind häufiger von koronarer Herzkrankheit und Schlaganfall betroffen.
- Übergewicht begünstigt die Entstehung von Brust- und Dickdarmkrebs.
- Übergewicht kann zur Bildung von Gallensteinen führen und Gelenkverschleiß verursachen.
Literatur
- Hooper L, Griffiths E, Abrahams B et al.: Dietetic guidelines: diet in secondary prevention of cardiovascular disease. J Hum Nutr Diet 2004;17:337-49.
- International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease and International Atherosclerosis Society:
Pocket guide to prevention of coronary heart disease.Bruckmeier Verlag, Grünwald 2003. - World Health Organisation:
Diet, nutrition and the prevention of chronic disease. Report of a Joint WHO/FAO Expert Consultation. WHO Technical Report Series 916, Genf, 2003. - International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease: Coronary Heart Disease: Reducing the Risk. The scientific background for primary and secondary prevention of coronary heart disease. A worldwide view.
Nutr Metab Cardiovasc Dis 1998;8:205-271 - Krauss et al.: Revision 2000: A Statement for Healthcare Professionals from the Nutrition Committee of the American Heart Association. Circulation 2000;102:2284-2299.
- Working Party I: Final report. Public Health Nutrition 2001;4:275-292
