Übergewicht gilt als eines der maßgeblichen Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen.   Da in Deutschland rund 67.1 % der Männer und rund 53 % der Frauen als übergewichtig angesehen werden,  ist die Frage nach dem optimalen Weg zur Gewichtsreduktion von breiter Relevanz. Genetische Disposition, Fehlernährung, Überangebot an energiereicher Nahrung und psychische Probleme werden als schlüssige, aber wirkungsarme Argumente angeführt, um Übergewicht zu erklären. Empfehlungen für Diäten, in der Presse wöchentlich variierend, haben längst den Ruf eines Allheilmittels zur Gewichtsreduktion verloren.

In den Blickpunkt der Forschung rücken zunehmend psychosoziale Faktoren wie etwa Angst, Depression und Stress, um Gründe für Übergewicht und dessen Vermeidung zu benennen.   Einer der Forschungsansätze, basierend auf der sog. „Selfish-Brain“-Theorie, berücksichtigt den Zusammenhang zwischen dem Energiestoffwechsel des Gehirns, chronischem Stress und der Entstehung von Übergewicht.

Demnach führe chronischer Stress zu einer Störung des Energiestoffwechsels im Gehirn und letztendlich zu einer allostatischen Anpassung des gesamten Körpers,  z.B. zu einer dauerhaften Erhöhung der Blutglukose und damit langfristig auch zu Übergewicht.

Sucht man bei diesem Ansatz nach Strategien zur Vermeidung von Übergewicht, geht es primär darum, Stressoren zu vermeiden oder zu reduzieren, und dies lange bevor sich erste Symptome von Schädigungen durch Stress zeigen. Eine Lübecker Forschergruppe um Achim Peters schlägt vor, ein entsprechendes „metabolisches“ Lernen schon bei Kindern zu fördern. Indem schon Kinder befähigt werden, mit Stress umzugehen, sollen sie so auch die Chance, lebenslang schlank zu bleiben.