Nahrungsergänzungsmittel

  • Werden die Grundsätze einer gesunden Ernährung beispielsweise zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konsequent befolgt, werden bei gesunden Personen im Regelfall keine Supplemente benötigt.
  • Für die Krebsprävention gilt: der Nährstoffbedarf sollte ausschließlich mit Lebensmitteln gedeckt werden. Nahrungsergänzungsmittel für die Krebsprävention werden im Allgemeinen nicht empfohlen. Ist eine ausreichende Nährstoffzufuhr in bestimmten Situationen, z.B. im Falle einer Krankheit oder bei bestehendem Nährstoffmangel, nicht zu gewährleisten, kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln erwogen werden[i].
  • Welche Substanzen in unserer Nahrung letztlich Einfluss nehmen auf Morbidität und Mortalität, bedarf kontrollierter klinischer Langzeitstudien unter Einsatz der vermuteten Wirkstoffe. Eine kürzlich veröffentlichte, prospektive randomisierte placebo­kontrollierte 5-Jahres-Langzeitstudie mit der Kombi­nation von Selen und Coenzym Q10 konnte eine hochsignifikante Reduktion der kardiovaskulären Mortalität bei älteren Personen nachweisen[ii]. In der Nurses Health Study II bei 93.600 Frauen im Alter von 25 bis 42 Jahren wurde während eines 18-jährigen Beobachtungszeitraums eine signifikante inverse Assoziation zwischen anthocyanin­reicher Nahrung (Blaubeeren und Erdbeeren) und dem Herzinfarktrisiko beobachtet. Andere Flavonoid­subklassen hatten hingegen keinen Effekt auf das Herzinfarktrisiko[iii]. Letztlich werden es die Ergebnisse solcher  kontrollierten Langzeitstudien sein, die den Einsatz bestimmter Nahrungsergänzungs­mittel rechtfertigen.

Literatur

[i] World Cancer Research Fund / American Institute for Cancer Research: Food, Nutrition, Physical Activity, and the Prevention of Cancer: a Global Perspective. Washington CD: AICR, 2007.

[ii] Alehagen U, Johansson P, Björnstedt M et al. Cardiovascular mortality and N-terminal-proBNP reduced after combined selenium and coenzyme Q10 supplementation: A 5-year prospective randomized double-blind placebo-controlled trial among elderly Swedish citizens. Int J Cardiol. 2012 May 22. [Epub ahead of print].

[iii] Cassidy A, Mukamal KJ, Liu L, et al. High anthocyanin intake is associated with a reduced risk of myocardial infarction in young and middle-aged women. Circulation. 2013;127:188-96.