Schlafdefizit – zumal über einen längeren Zeitraum – kann sich negativ auf den Fettstoffwechsel auswirken.

Forscher aus Chicago wiesen kürzlich in einer molekularbiologischen Studie nach, dass das Fettgewebe von gesunden Probanden bei künstlich erzeugtem Schlafdefizit bis zu 30 % weniger auf das Stoffwechselhormon Insulin reagiert. Als Maß für die Reaktionsfähigkeit der Fettzellen galt die Phosphorylierung der Proteinkinase B.

Bleibt diese Insulin-Resistenz über einen längeren Zeitraum bestehen, drohe eine langfristige Entgleisung des Energiestoffwechsels (z.B. in Form des sog.  „Altersdiabetes“).

Der diesem Effekt zugrunde liegende physiologische Mechanismus scheint nunmehr plausibel entschlüsselt: Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch einzelne Zellen im Wechsel schlafen und wach sind. Stoffwechselprozesse, und insbesondere auch der Fettstoffwechsel, verändern sich deshalb zyklisch. Zu geringe Schlafdauer oder permanent unterbrochener Schlaf führten so zu einer „Überreizung“ der Zellen und können den Zyklus des Lipidstoffwechsels dauerhaft stören.

Gesunder und ausreichender Schlaf trägt somit maßgeblich auch dazu bei, Risiken für schwerwiegende Stoffwechselstörungen zu mindern.

Quellen

  1. Josiane L. Broussard, PhD; David A. Ehrmann, MD; Eve Van Cauter, PhD; Esra Tasali, MD; and Matthew J. Brady, PhD. Impaired Insulin Signaling in Human Adipocytes After Experimental Sleep Restriction: A Randomized, Crossover Study. In: Ann Intern Med. 16 October 2012;157(8):549-557
  2. Auwerx, Johan. Key Electrophysiological, Molecular, and Metabolic Signatures of Sleep and Wakefulness Revealed in Primary Cortical Cultures. In: The Journal of Neuroscience, 5 September 2012, 32(36):12506-12517; doi:10.1523/JNEUROSCI.2306-12.2012