Personen mit einem gesundem Lebensstil, ausreichender Freizeitaktivität und einem lebendigen sozialen Umfeld leben im Schnitt über fünf Jahre länger als andere.

Zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam um Laura Fratiglioni von der Stockholmer Universität in einer kürzlich veröffentlichten Studie. Über 18 Jahre lang wurde der Lebensstil von 1810 über 75jährigen dokumentiert. Nur noch 149 Teilnehmer waren 18 Jahre nach Studienbeginn am Leben, die Hälfte davon über 90 geworden.

Die körperliche Aktivität wies von allen untersuchten Faktoren den eindeutigeren Einfluss auf die Lebensdauer auf. Wer regelmäßig schwamm, spazierte oder Gymnastik betrieb, gewann zwei zusätzliche Lebensjahre und dies unabhängig davon, ob chronische Krankheiten vorlagen oder nicht. Nichtraucher oder Normalgewichtige lebten im Schnitt ein Jahr länger als Raucher und Übergewichtige.

Die WHO führt 3,2 Millionen Todesfälle jährlich auf mangelnde Bewegung zurück. Grund genug, körperliche Aktivität als wichtigste Präventionsmaßnahme zur Vermeidung von Krankheiten zu empfehlen.

So plausibel Statistiken erscheinen, künftig wird es auch darum gehen, effektive Wege zu finden, wie gewonnene Einsichten in Handlungen münden könnten.

So beklagt der jüngst zu Ende gegangene Europäische Kardiologenkongress in München, dass gerade in Industrienationen gesundheitsschädigende Risikofaktoren in der Öffentlichkeit wohl bekannt, aber nur 20 % tatsächlich angegangen werden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln bei der Bewertung des Nutzens von Lifestyle-Studien.  Interventionen, die den Lebensstil verändern sollten, hätten demnach kaum Wirkung gezeigt.