Eine tägliche Aspirin-Dosis soll helfen, das Risiko, an Krebs zu sterben, zu vermindern.

So beobachteten kürzlich Wissenschaftler der Amerikanischen Krebsforschungsgesellschaft eine Minderung des Magen-Darm-Krebs–Risikos durch die tägliche Gabe von Aspirin bei einer Gruppe von Über-60-Jährigen. Fast zeitgleich beschrieben britische Wissenschaftler von der Universität Oxford eine Reduktion des Risikos bei Prostata- und Dickdarmkrebspatienten, die täglich Aspirin zu sich nehmen.

Die schmerzlindernde, fiebersenkende, entzündungs- und blutgerinnungshemmende Wirkung der Acetylsalicylsäure, kurz Aspirin, ist im Alltag längst erprobt. Empfiehlt sich daher der alltägliche Griff zu Aspirin, um Krebsleiden vorzubeugen?

Bloß nicht, möchte man meinen, wenn man verfolgt, wie die Studienergebnisse innerhalb der Medizinforschung kommentiert werden. So warnt selbst Eric Jacobs, Leiter der amerikanischen Aspirin–Studie, vor dem Versuch, mit Hilfe von Aspirin im Alltag Krebs vorbeugen zu wollen. Weitestgehend ungeklärt sei der Mechanismus, wie Aspirin das Wachstum der Tumorzellen hindern kann. Gleichsam übersehbar sind die Nebenwirkungen einer unkontrollierten Aspiringabe, etwa für den Magen der Patienten.

Es bleibt also spannend, welche Ergebnisse die zukünftige Forschung zu weiteren Wirkungen von Aspirin erbringt.

Quellen

  1. Jacobs, E. J., Newton, C. C., Gapstur, S. M. & Thun, M. J. Daily aspirin use and cancer mortality in a large US cohort. J. Natl. Cancer Inst. 104, 1208-1217 (2012).
  2. Algra, A. M. & Rothwell, P. M. Effects of regular aspirin on long-term cancer incidence and metastasis: a systematic comparison of evidence from observational studies versus randomised trials. Lancet Oncol. 13, 518-527 (2012).
  3. Rothwell, P. M. et al. Short-term effects of daily aspirin on cancer incidence, mortality, and non-vascular death: analysis of the time course of risks and benefits in 51 randomised controlled trials. Lancet 379, 1602-1612 (2012).